165. Hauptversammlung und Herbstmarsch der Appenzellischen Offiziersgesellschaft und Winkelriedstiftung mit hohem Besuch aus der Politik und Armeeführung

165. Hauptversammlung und Herbstmarsch der Appenzellischen Offiziersgesellschaft und Winkelriedstiftung mit hohem Besuch aus der Politik und Armeeführung

Neben den statutarischen Geschäften der Hauptversammlung standen in diesem Jahr auch anregende Wortmeldungen von Vertretern aus der Politik und der Armee im Vordergrund.

Der Gemeindepräsident der Gastgebergemeinde Teufen, Reto Altherr, sowie der ausserrhodische Regierungsrat, Alfred Stricker, hoben in ihren Grussworten die ausgezeichnete Zusammenarbeit in den kantonalen Führungsstäben während der vergangenen Coronazeit hervor. Das weit verzweigte Netzwerk, welches durch die Appenzellische Offiziersgesellschaft besteht, habe die Stabsarbeit in solch einer ungewissen Krisenzeit erheblich erleichtert. Ebenfalls konnten die militärischen Standardprozesse zur Planung und Führung überzeugen und ermöglichten eine durchhaltefähige, vorausschauende und variantenreiche Zusammenarbeit in den interdisziplinären Führungsstäben. 

Divisionär Willy Brülisauer wendet sich an die anwesenden Offiziere sowie Vertreter aus der Politik.

«Wenn wir so weiter machen, wird die Schweiz 2030 keine Armee mehr haben!» 

Mit diesen Worten rüttelte Divisionär Willy Brülisauer die anwesenden Offiziere und Gäste auf. Brülisauer fügte hinzu, dass er seine Worte vor allem auch an die beiden anwesenden Vertreter aus dem eidgenössischen Parlament, Ständerat Oberstlt Andrea Caroni und Nationalrat David Zuberbühler richte. Die sich momentan entwickelnde personelle Situation der Armee, auch beeinflusst durch eine immer grösser werdende Abwanderung von diensttauglichen Bürgern in den Zivildienst, sei prekär. Die schwindende Anzahl an zu leistenden Diensttagen kombiniert mit zu geringen Rekrutierungszahlen führe zu einer Ausdünnung des Armeebestandes, so dass dieser in den kommenden Jahren weit unter 100’000 Angehörige der Armee sinken werde. Die sich in der Reserve befindenden Soldaten und Kader könnten nach einigen Jahren ohne Wiederholungskurs in der Praxis kaum mehr eingesetzt werden, da sie ihr funktionsbezogenes Know-how schlichtweg vergessen hätten. 

Mit dieser Ansicht deckt sich die Erkenntnis des Vorstandes der Appenzellischen Offiziersgesellschaft, wonach mehr für die Verankerung der Armee in der Bevölkerung getan werden muss. In Zukunft soll die Appenzellische Offiziersgesellschaft in wegweisenden politischen Entscheidungen rund um die Armee eine wichtigere Rolle in der Meinungsbildung der Bevölkerung im Appenzellerland einnehmen.

Sehr erfreulich war die Anwesenheit von Offizieren über sämtliche Generationen hinweg, vom jungen, frischbrevetierten Leutnant bis hin zum altgedienten Brigadekommandanten der ehemaligen Grenzbrigade 8, welche im Raum Ostschweiz während dem Kalten Krieg die Stellung hielt.

Nach dem anschliessenden Mittagessen im Hotel Linde führte der Herbstmarsch von Brendern über Leimensteig zurück nach Teufen, wo der Tag nach einem Pistolenschiessen und einem Apéro mit interessanten Diskussionen und gepflegter Kameradschaft zu Ende ging.