Statuten

Stiftungsurkunde und Statuten der Appenzellischen Winkelriedstiftung

(Stand: 3. Mai 2014)
I.  Allgemeine Bestimmungen

Aus Gründen der Lesbarkeit und der Übersichtlichkeit wird in diesem Dokument auf die explizite Aufführung der weiblichen Form verzichtet. Diese ist jedoch immer eingeschlossen.

Art. 1 Name und Rechtspersönlichkeit

Die Appenzellische Winkelriedstiftung ist eine Stiftung im Sinne von Art. 80 ff. ZGB. Sie steht unter dem Patronat der Appenzellischen Offiziersgesellschaft und unterliegt der Aufsicht der Kantone Appenzell A.Rh. und Appenzell I.Rh.

Art. 2 Zweck

1 Die Appenzellische Winkelriedstiftung leistet Beiträge im Bereich des Wehrwesens, des Bevölkerungsschutzes und der Sozialhilfe.

2 Politische und kulturelle Anliegen werden nicht unterstützt. Hingegen können an Armee oder Bevölkerungsschutz gebundene Anliegen in Ausnahmefällen dennoch unterstützt werden.

3 Die Appenzellische Winkelriedstiftung bezweckt:

a) die direkte finanzielle Unterstützung von aktiven und ehemaligen Angehörigen der Armee und des Bevölkerungsschutzes, die in Not geraten sind;
b) die direkte finanzielle Unterstützung in Not geratener Schweizer Bürger mit Wohnsitz in den Kantonen Appenzell I.Rh. oder Appenzell A.Rh, insbesondere bei fehlender staatlicher Unterstützung;
c) die direkte finanzielle Hilfe an die nächsten Angehörigen, sofern der Tod oder eine Gesundheitsschädigung der unter a) oder b) erwähnten Personen eine Notlage verursachen;
d) die Unterstützung von Anliegen wohltätiger Institutionen, insbesondere bei fehlender staatlicher Unterstützung;
e) die Leistung finanzieller Beiträge an Begleitmassnahmen im Zusammenhang mit der Unterstützungstätigkeit;
f) die direkte Unterstützung von Anliegen und Bemühungen, die das Wertesystem von Militär und Bevölkerungsschutz unterstützen;
g) die Förderung der Wehrtüchtigkeit, der Wehrbereitschaft und des Wehrwillens durch direkte Beiträge an natürliche oder juristische Personen und militärische Vereine.

Art. 3 Begünstigte

1 Die Begünstigten sind aktive oder ehemalige Angehörige der Armee oder des Bevölkerungsschutzes oder Schweizer Bürger mit Wohnsitz im Kanton Appenzell A.Rh. oder im Kanton Appenzell I.Rh.

2 Die begünstigten wohltätigen Institutionen müssen im Kanton Appenzell A.Rh. oder Appenzell I.Rh. tätig sein.

3 Die Unterstützung von Anliegen und Bemühungen im Zusammenhang mit dem Wertesystem von Militär und Bevölkerungsschutz sowie Beiträge zur Förderung der Wehrtüchtigkeit, der Wehrbereitschaft und des Wehrwillens ist für Empfänger bestimmt, die in einer Beziehung zum Kanton Appenzell A.Rh. oder zum Kanton Appenzell I.Rh. stehen.
II.  Organisation

Art. 4 Organe

Organe der Appenzellischen Winkelriedstiftung sind:

a) die Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft;
b) der Stiftungsrat;
c) der Ausschuss des Stiftungsrates;
d) die Revisionsstelle.

Art. 5 Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft

1 Der Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft steht zu:

a) die Abnahme und Genehmigung der Jahresrechnung;
b) die Wahl des Stiftungsrates;
c) die Wahl der Revisionsstelle;
d) die Statutenrevision.

2 Die Amtsdauer für Stiftungsrat und Revisionsstelle beträgt zwei Jahre. Die Amtsinhaber sind unbeschränkt wieder wählbar. Gerade Jahre sind Wahljahre.

Art. 6 Stiftungsrat

1 Der Stiftungsrat ist oberstes Verwaltungsorgan der Appenzellischen Winkelriedstiftung. Er nimmt den Jahresbericht des Ausschusses des Stiftungsrates entgegen, bestimmt die Anlage- und Unterstützungsrichtlinien und legt jährlich zuhanden der Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft Rechnung ab.

2 Der Stiftungsrat besteht aus:

a) dem Vorstand der Appenzellischen Offiziersgesellschaft;
b) drei Unteroffizieren;
c) drei Soldaten, Gefreiten oder Vertretern des Bevölkerungsschutzes;
d) den Militärdirektoren von Appenzell A.Rh. und Appenzell I.Rh. (von Amtes wegen) oder einem von ihnen bestellten Vertreter.

3 Beide Kantone müssen im Stiftungsrat angemessen vertreten sein.

Art. 7 Ausschuss des Stiftungsrates

Der Vorstand der Appenzellischen Offiziersgesellschaft bildet den Ausschuss des Stiftungsrates. Ihm obliegt die Behandlung der laufenden Geschäfte, insbesondere:

a) die Behandlung und Erledigung der Unterstützungsfälle;
b) die Anlage und Verwaltung des Vermögens;
c) die Berichterstattung an den Stiftungsrat.

Art. 8 Revisionsstelle

Die Revisionsstelle ist unabhängig, extern und fachlich ausgewiesen. Sie nimmt die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungsarbeiten war.
III.  Stiftungsfonds

Art. 9 Äufnung des Fonds

Der Fonds wird durch Schenkungen und Vermächtnisse Privater, Beiträge des Staates, der Gemeinden und Korporationen sowie durch den Finanzertrag geäufnet.

Art. 10 Anlage des Fonds

Der Stiftungsrat sorgt für eine sichere Anlage des Fondsvermögens. Er regelt die Details zur Anlagetätigkeit in einem separaten Reglement.

Art. 11 Verwendung des Fonds

1 Über die Verwendung des Fonds entscheidet nach Massgabe von Art. 2 und 3 der Stiftungsrat.

2 In Friedenszeiten dürfen grundsätzlich nur die Finanzerträge des Kapitals verwendet werden. Ausnahme: Die gesamthaft gewährten Darlehen und Hypotheken dürfen 20 % des Stiftungsvermögens nicht überschreiten. Details werden im Reglement für die Unterstützungstätigkeit der Appenzellischen Winkelriedstiftung (Ausführungsbestimmungen) und im Reglement für die Anlagetätigkeit der Appenzellischen Winkelriedstiftung geregelt.

3 Im Aktivdienst sowie im Katastrophen- und Kriegsfall kann nötigenfalls über das ganze Vermögen verfügt werden.
IV.  Statutenänderung 

Art. 12 Zweckbindung des Fonds

1 Der Fonds der Appenzellischen Winkelriedstiftung bleibt seinem Zweck für alle Zeiten erhalten. Vorbehalten bleibt Art. 86 ZGB.

2 Bei Auflösung der Stiftung ist ein allfälliges Restvermögen einer steuerbefreiten Institution mit Sitz in der Schweiz, welche einen gleichen oder ähnlichen Zweck wie die Appenzellische Winkelriedstiftung verfolgt, zuzuwenden.

Art. 13 Verfahren

Unter Beachtung von Art. 12 ist die Hauptversammlung der Appenzellischen Offiziersgesellschaft berechtigt, auf Antrag des Stiftungsrates die Statuten der Stiftung zu ändern oder zu ergänzen. Ein solcher Beschluss wird jedoch nur rechtskräftig, wenn ihm drei Viertel der anwesenden Mitglieder zustimmen.
V.  Schlussbestimmung

Art. 14 Inkraftsetzung

Diese Statuten ersetzen diejenigen vom 5. Mai 2007. Sie sind an der Hauptversammlung der Offiziersgesellschaft vom 3. Mai 2014 auf dem Säntis genehmigt worden.